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Bildungsräume neu denken - Die 6 Raumgestaltungsprinzipien nach Rosan Bosch

Rosan Bosch, die international renommierte Designerin aus Kopenhagen, gestaltet Lernwelten in Universitäten, Schulen, Kindergärten, Bibliotheken und Kulturzentren. Die gebürtige Holländerin lebt und arbeitet seit zehn Jahren in Kopenhagen. Sie lädt dazu ein, Bildungsräume neu zu denken und dabei Farbe, Licht, Material sowie Form zu berücksichtigen und in Einklang zu bringen.

"Kinder wollen lernen und sich weiterentwickeln. Ihre angeborene Neugier ist der Antrieb für Bildungsprozesse. Unsere Herausforderung ist es, eine Lernumgebung zu schaffen, die diese Lust am Lernen fördert."

Rosan Bosch rückt den sprichwörtlichen "dritten Pädagogen" ins Zentrum ihrer Arbeit und plädiert für eine Lernarchitektur, die begeistert, Begeisterung weckt und eine Vielzahl an verschiedenen Lernsituationen ermöglicht. Das Design unterstützt dabei die Pädagogik und das pädagogische Konzept der Schule.

Aus Klassenzimmern werden räumliche Arrangements und multifunktionale Lernbereiche. Sie folgen sechs Prinzipien, die kreatives Denken und kollaboratives Arbeiten in höchstem Maße fördern. Die Metaphern und illustrierenden Piktogramme wecken unsere Phantasie und regen uns dazu an, Räume für unterschiedliche Lernszenarien und kreative Kooperationsprozesse anders zu denken und selbst zu gestalten.

"Den Schulen hilft dieser Baukasten, um ihre bisherigen Lehrformate zu hinterfragen, mehr zu variieren und die Schülerinnen und Schüler zu einem selbstbestimmteren Lernaustausch untereinander anzustiften."

Erklärung und praktische Umsetzung der Gestaltungsprinzipien nach Rosan Bosch

Im Folgenden werden die 6 Gestaltungsprinzipien von Rosan Bosch einzeln erläutert. Durch Anklicken der einzelnen Piktogramme gelangen Sie in den "Raumideen to-go"-Bereich, in dem gezeigt wird, wie die Prinzipien zur Raumgestaltung im Ganztag umgesetzt werden können.

Mountain Top

Das "Mountain-Top"- Arrangement eröffnet die Möglichkeit, sich und beispielsweise Arbeitsergebnisse einer Gruppe zu präsentieren. Der Sprecher befindet sich vor den Zuhörern und nimmt die Position der Lehrkraft ein.

Cave

Das Prinzip "Cave", also "Höhle", schafft eine Situation, in der sich der oder die Lernende konzentriert und fokussiert mit einem Lerngegenstand beschäftigen kann. Diese Lernumgebung schafft Ruhe, aber nicht zwangsläufig Isolation. Höhlenräume sind kleine, abgeschlossene Bereiche für ein oder zwei Personen, die räumlich auch streng von Aktivitätsbereichen abgegrenzt sein müssen.

Campfire

Beim Gestaltungsprinzip "Campfire" wird ein Lernarrangement am Boden geschaffen. Hier können Schülerinnen und Schüler in kleineren Gruppen effektiv zusammenarbeiten, da durch die räumliche Anordnung die Konzentration auf das Gespräch gelenkt wird und somit auch kollaborative Arbeitsprozesse unterstützt.

Watering hole

Bei der Situation "Watering hole" handelt es sich um eine informelle, dezentrale und dynamische Lernumgebung. Unterbrechungen und Spontanität werden hier gezielt eingesetzt, um Kreativität, Neugier und Spannung zu erzeugen.

Hands on

Nonverbales Lernen steht beim Hands-on-Prinzip im Mittelpunkt. Es wird bewusst eine Verbindung von Theorie und Praxis geschaffen, indem ein Lernen mit "Kopf, Herz und Hand" ermöglicht wird. Durch die Betonung des haptischen Lernkanals wird eine ganzheitliche und motivierende Lernumgebung kreiert.

Movement

Im Prinzip "Movement" soll der natürliche, menschliche Bewegungstrieb berücksichtigt werden. Bewegung verleiht dem Lernprozess nicht nur Abwechslung und Energie, sondern kann das Lernen gezielt auf neuronaler Ebene unterstützen.