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Mittagspause als Baustein im rhythmisierten Schulalltag

Mittagessen

Das Einnehmen einer warmen Mahlzeit in der Mensa der Ganztagsschule hat für die Schülerinnen und Schüler einen hohen Stellenwert. Gutes Essen, das schmeckt und in Gesellschaft am Tisch eingenommen wird, fördert die Gemeinschaft und stärkt für das Lernen, Arbeiten und die Aktivitäten am Nachmittag. Das Organisationsteam der Ganztagsschule ist für die Bereitstellung der Schulverpflegung mitverantwortlich. Die Qualität der Verpflegung beeinflusst die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler und ist somit ein maßgebliches Qualitätskriterium für die gelingende Ganztagsschule.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten für das Mittagessen mindestens 60 Minuten einkalkuliert werden (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., 2015, S. 23), denn die Schülerinnen und Schüler müssen zur Mensa gehen, möglicherweise bei der Essensausgabe anstehen, wollen aber auch in Ruhe essen und sich mit Freunden austauschen. Auch für jüngere Schülerinnen und Schüler, die manchmal schon ungeduldig zum Spielen und Toben nach draußen drängen, sollte wenigstens eine halbe Stunde für die warme Mahlzeit am Mittagstisch vorgesehen werden, bevor sie sich an frischer Luft bewegen und Freizeitangebote wahrnehmen können.

 

Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern

Die Regionalstellen der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern mit ihren Ansprechpartnern vor Ort sind darüber hinaus Anlaufstellen für alle Fragen rund um die Schulverpflegung. Sie organisieren Fachtagungen, stellen auf Tagungen und Kongressen in ihren Regierungsbezirken den DGE-Qualitätsstandard vor und geben Tipps für seine Umsetzung.

 

Bewegung und Freizeit

Je mehr Zeit Kinder und Jugendliche in der Schule verbringen, desto stärker muss ihrem Bewegungs- und Freizeitbedürfnis Rechnung getragen werden. Die Planung von Freizeitangeboten soll sich sinnvollerweise an den Interessen der Schülerinnen und Schüler orientieren und vor allem freien Aktivitäten adäquaten Raum bieten. Schülerinnen und Schüler können beispielsweise in einer „Schmökerecke“ lesen, im Ruheraum "chillen", im Schülercafé beisammensitzen, im Freizeitraum kickern oder im Freien Fußball spielen.


Die Freizeitphase ist ein wichtiges Übungsfeld für den Erwerb sozialer Kompetenzen, wo Schülerinnen und Schüler

  • Beziehungen aufnehmen, Freundschaften pflegen und Regeln der Gemeinschaft erproben,
  • Konflikte austragen, aushalten und bereinigen,
  • Verantwortung übernehmen, z. B. für die Ausleihe von Spielen und Bewegungsgeräten, das Schülercafé oder die Schülerseite der Homepage und
  • alternative Freizeitbeschäftigungen kennen und schätzen lernen.

Der Schlüssel gelingender Freizeitgestaltung ist die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern bei der Planung und Gestaltung von Freizeitangeboten. Sie sollten deshalb von Anfang an einbezogen werden und aktiv mitgestalten können. Dabei müssen die Interessen verschiedener Schülerinnen- und Schülergruppen berücksichtigt werden, denn Jungen haben häufig andere Bedürfnisse und Erwartungen als Mädchen, ältere Schülerinnen und Schüler wiederum andere als jüngere. Während Mädchen häufig miteinander spielen wollen, spielen Jungen häufig gegeneinander Fußball oder messen ihre Kräfte und Geschicklichkeit. Viele ältere Mädchen hingegen sitzen lieber zusammen und unterhalten sich, während sich ältere Jungen oft gern sportlich in Szene setzen und sich für Trendsportarten interessieren.


Ruhe und Rückzug

Neben Bewegung und Aktivität ist auch das Bedürfnis der Schülerinnen und Schüler nach Ruhe und Rückzug ernst zu nehmen. Kinder und Jugendliche benötigen zwischendurch Zeit für sich, sie wollen sich alleine beschäftigen oder auch einfach nur nichts tun und abschalten.
Deswegen gilt es diese Rückzugsräume so zu gestalten, dass die Schülerinnen und Schüler einerseits ihre „Ruhe haben“, andererseits aber auch die Aufsichtspflicht der Schule gewährleistet werden kann. Dafür können nur gemeinsam Lösungen gefunden werden, die die Interessen und Bedürfnisse alle Beteiligten berücksichtigen.