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Flexible Nutzung und Gestaltung von Räumen in der Schule

Räume im gebundenen Ganztag

Grundsätzlich stehen einer Schule in Bayern für die Einrichtung eines gebundenen Ganztagszugs ein Speiseraum mit einer Küche, ein Differenzierungsraum und ein weiterer Aufenthaltsraum zu. Sofern diese Räume noch nicht vorhanden sind, werden diese Vorgaben bei der Sanierung oder dem Umbau einer Schule berücksichtigt. Um mehrere Räume gleichzeitig nutzen und dennoch die Aufsicht gewährleisten zu können, werden häufig Wände durch Glasfronten ersetzt. Indirekte Beleuchtung sorgt für eine angenehme Raumatmosphäre, Teppichböden dämpfen Geräusche.

Räume flexibel nutzen

Insbesondere weniger großzügig ausgestattete Schulen brauchen bei der Umstellung auf den Ganztagsbetrieb ein eigenes Raumkonzept, das beispielsweise berücksichtigt, dass viele Räume in der Schule meist nicht über den ganzen Tag hinweg genutzt werden. Häufig können am Nachmittag Räume einbezogen werden, die bislang nur vormittags belegt sind. Bibliothek, Schülercafé oder Mensa sind auch als Lern- und Arbeitsräume nutzbar und können sehr flexibel in den Ganztag integriert werden. Hier können Schülerinnen und Schüler auch Referate vorbereiten, in Gruppen lernen oder für Theateraufführungen proben.

Abstimmung mit Brandschutz

Im Sinne einer umfassenden Raumnutzung beziehen viele Raumkonzepte auch Eingangsbereich und Treppenhaus, Flure und Nischen mit ein. Damit solche Raumkonzepte nicht am Brandschutz scheitern, empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Baubehörde.

Von den Kindern und Jugendlichen her denken

Die Klassenzimmer sollten so gestaltet sein, dass sie zum Lernen einladen und zur Auseinandersetzung mit Neuem anregen. Ein entsprechendes Raumkonzept trägt dazu bei, schülerzentrierte Unterrichtsformen zu wählen und die Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Darüber hinaus benötigen Kinder und Jugendliche Raum für Rückzug, Bewegung und Entspannung in der Freizeit. Um die Räume entsprechend ihren Bedürfnissen gestalten zu können, müssen Kinder und Jugendliche bei der Raumgestaltung beteiligt werden. Denn Räume dienen der alters- und geschlechtsspezifischen Abgrenzung, ermöglichen den Austausch mit der Peergroup und tragen so dazu bei, dass sich Schülerinnen und Schüler im Schulalltag wohlfühlen können.

Altersangemessene Ausstattung

Da sich die Interessen und Bedürfnisse altersbedingt stark voneinander unterscheiden, sollte jede Altersgruppe einer Schule eigene, dem Alter angemessene Räume haben und bei der Auswahl des Mobiliars oder der Farbgebung mitentscheiden dürfen. Während sich die Jüngeren eine Ecke mit Sofa, Hängematte und einem Regal mit Büchern und Gesellschaftsspielen wünschen, werden Schülerinnen und Schüler im Teenager-Alter eher eine Lounge mit Sesseln oder Sitzsäcken bevorzugen. Analog dazu müssen auch Räume für kreative Angebote und Bewegungsspiele so gestaltet werden, dass die Lehrkräfte bzw. das pädagogische Personal leicht nach den verschiedenen Altersstufen und Interessen differenzieren können.

Schrittweise Umstellung

Bei der Ausstattung der Räume ist unbedingt auf eine flexibel nutzbare Möblierung zu achten. Hier ist nicht immer sofort eine komplette Umstellung nötig. Einige Schulen stellen ihr Raumkonzept schrittweise um und richten zunächst Muster-Klassenzimmer ein, die Lehrkräfte einladen, mit  leicht beweglichen Möbeln zu experimentieren und sie entsprechend ihren methodischen Erfordernissen zu arrangieren. In die Ausstattung weiterer Räume können so die konkreten Erfahrungen und Bedürfnisse der Lehrkräfte einfließen.