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Innovative Raumkonzepte für eine zeitgemäße Lernkultur

Räumliche Organisationsmodelle

In Schulneubauten können zeitgemäße pädagogische Konzepte noch umfassender architektonisch verwirklicht werden. Einige Schulaufwandsträger haben dafür eigene Schulbaukonzepte entwickelt, z. B. München, Nürnberg und Regensburg. Neben der klassischen Flurschule zeichnen sich im Wesentlichen zwei räumliche Organisationsmodelle ab

  • die Clusterbauweise, die Jahrgänge, Züge und Ausbildungsrichtungen einer Schule oder auch einzelne Fachbereiche bündelt, und
  • offene Lernlandschaften mit funktional bestimmten Räumen und einer Vielzahl an offenen Raumzonen, die frei nutzbar sind.

Neue Wege beim Schulbau

Am neuen Gymnasium Grünwald beispielsweise gruppieren sich Unterrichtsräume um großzügige Zonen, die pädagogisch vielseitig genutzt werden können: zur Differenzierung, als Gruppenarbeitsbereich oder Ausstellungsfläche (Bayerische Staatszeitung, 2014).

Am Schmuttertal-Gymnasium Diedorf steht jeder Jahrgangsstufe ein eigener Bereich mit modern ausgestatteten Klassenzimmern und jeweils einer gemeinsam genutzten, großzügigen Zone zur Verfügung, wo Lernmaterial für das selbständige Lernen in kleinen Gruppen bereitgestellt wird.  

Auch die Landeshauptstadt München als größter kommunaler Schulträger Bayerns steht wegen des rasanten Bevölkerungsanstiegs vor enormen Herausforderungen, um allen Schülerinnen und Schülern auch in Zukunft einen attraktiven Schulraum anbieten zu können. Deswegen geht die Stadt München beim Schulbau neue Wege und hat ein Konzept entwickelt, nach dem sämtliche Neu- und Erweiterungsbauten inzwischen geplant werden.

Einladendes Raumkonzept wird zum "dritten Pädagogen"

Ein einladendes Raumkonzept motiviert Schülerinnen und Schüler zum selbständigen Arbeiten und zur Interaktion. Der Raum ist "dritter Pädagoge", indem er den Kindern und Jugendlichen durch seine Gestaltung neue Lernzugänge eröffnet. Denn hier kann z. B. der Arbeitsplatz so gewählt werden, dass er zum Thema und zur Lernphase passt. Dies muss nicht zwangsläufig ein Schreibtisch, sondern kann auch der Sitzsack in der Ecke oder ein „fliegender Teppich" auf dem Boden sein. So rücken der Lernprozess und damit die Lernenden in den Mittelpunkt, Lehrkräfte werden zu Lernbegleitern, die den selbständig arbeitenden Kindern und Jugendlichen bei Fragen, Schwierigkeiten oder Problemen zur Seite stehen und sie beim Finden von Lösungsstrategien unterstützen.