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Sportmentoren und Sportmentorinnen im Ganztag

P-Seminar: Sportmentoren im Ganztag

Hallo allerseits!

Schön, dass Sie nach der durchaus lohnenswerten Lektüre unseres Ganztagsportals, noch die Zeit für meinen Blog gefunden haben. Vielleicht haben Sie sich schon die Frage gestellt, weshalb man einen Blog zu einem P-Seminar auf dem Ganztagsprtal schreibt... Nun, dazu müsste ich etwas ausholen, zumindest bis ins Jahr 2017.

Die Geburt einer Idee

Während einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Sportmentoren" kam ich mit meinem geschätzten Kollegen Andi Egger vom Max-Planck-Gymnasium in München ins Gespräch. Angeregt unterhielten wir uns über das Konzept des Landesamts für Schulsport, ehm. "laspo", das Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnet, selbst ein unangeleitetes Sportangebot für jüngere Kinder anzubieten. Die Quintessenz dieses Diskurses war:

Sportmentoren sind eine gute Sache, für eine Sportlehrkraft jedoch arbeitsintensiv und zeitaufwendig zu organisieren, man müsste einen Weg finden, wie man dieses Projekt professionell aufzieht.

Andi, den ich immer schon für seine Ideen bewundert habe, schlug vor, das Thema "Sportmentoren" als P-Seminar anzubieten. Dann hätte die Lehrkraft die Möglichkeit, die Sache richtig professionell aufzuziehen. Zudem bekäme man ja dann auch noch die ein oder andere Stunde angerechnet.

Dieser Gedanke hat mich dann all die folgenden Jahre nicht mehr losgelassen und hat sich immer weiter entwickelt, bis ich mich im letzten Oktober endlich dazu durchringen konnte, ein Konzept zum P-Seminar einzureichen...

Sport und Ganztag - untrennbar wie Bonnie und Clyde

Da ich neben meiner Tätigkeit am Gymnasium München/Moosach (Fächer Deutsch/Sport) auch noch ans ISB abgeordnet bin, genauer gesagt in die Grundsatzabteilung/ Referat Ganztag, und fast tagtäglich in Schule und ISB mitbekomme, wie schwierig es ist, qualifiziertes Personal für v.a. die Offene Ganztagsschule zu finden, habe ich einfach eins und eins zusammengezählt und dem P-Seminar den Titel "Sportmentoren im Ganztag" gegeben.

Im Übrigen soll das nicht nur ein Blog sein, der meine Erfahrungen zu diesem Konzept wiedergibt. Der Blog soll auch eine praktische Hilfestellung für diejenigen sein, die auch mit dem Gedanken spielen, ein ähnliches oder dasselbe Projekt an ihrer Schule zu initiieren. Deshalb werde ich hier auch meine ganzen Planungen, Stundenentwürfe, Präsentationen etc. zur Verfügung stellen.

Zu Beginn können Sie sich gerne hier einen kurzen Überblick zur Projektplaung verschaffen.

Gerne können Sie mir dazu auch ein Feedback unter stefan.rochelmeyer@isb.bayern.de geben.

(Beitrag vom 21.09.21)

Der Startschuss

Nach der Vorstellung des P-Seminars hatten tatsächlich 16 Schülerinnen und Schüler das Projekt als Erstwahl angegeben - ein wie ich finde tolles Ergebnis! Mit den Wahlzetteln habe ich auch die Bewerbungen oder Motivationsschreiben erhalten. Hier habe ich erfahren, dass sich einige der Teilnehmenden schon in der Jugendarbeit oder sogar auch in der Ganztagsbetreuung engagiert haben.

Noch im vergangenen Schuljahr habe ich einen Mebis-Kurs eingerichtet und über die Nachrichtenfunktion frühzeitig mit den Schülerinnen und Schülern Kontakt aufgenommen. Wichtig war es vor allem den Termin des Wochenendseminars bekannt zu geben. Da die Offene Ganztagsschule bei uns erst ab Oktober beginnt, hatten wir auch nicht den großen Zeitdruck.

Im Vorfeld musste  ich trotzdem noch ein paar Dinge erledigen. Zunächst war es natürlich wichtig, mit den Leiterinnen unserer Ganztagsschule Gespräche zu führen und sich hier vor allem terminlich und organisatorisch abzustimmen, was aber bei den tollen Ganztagskoordinatorinnen am GMM eher ein Vergnügen war (Danke Denise und Monika!). Außerdem musste ich auch Klassenräume und Sporthallen für die Veranstaltung reservieren.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob das alles so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe.

Eine Übersicht zur Planung des Wochenendseminars finden Sie hier.

(Beitrag vom 23.09.21)

Das Wochenendseminar - Erster Tag

Puh! - Geschafft! So ein Wochenendseminar ist durchaus sportlich herausfordernd! Aber auch schön, da man im Gegensatz zum normalen Unterrichtsbetrieb mit maximal Doppelstundenprinzip, die Möglichkeit hat, mit relativ wenig Zeitdruck das Projekt voran zu bringen. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass unsere Sportstätten am Wochenende fast gar nicht belegt sind und man so auch räumlich eine fast nicht gekannte Freiheit hatte.

Ursprünglich hatte ich angedacht das Blockseminar außerhalb, z.B. in einer Sportschule durchzuführen, was mir aber wegen "Corona" dann doch etwas zu unsicher war. Letzendlich war es aber auch nicht schlecht, die Veranstaltung an dem Ort zu halten, wo die Schülerinnen und Schüler später auch ihr eigenes Programm durchführen. So kann man auch gleich auf einige Eigenheiten der Sportstätten hinweisen (Thema Sicherheit! Dazu später aber noch mehr).

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Theorie. Hier war es mir vor allem wichtig, neben den üblichen Formalitäten eines P-Seminars, den Teilnehmenden die Idee der "unangeleiteten" Sportangebote näher zu bringen. Das Smilie-System habe ich mir von dem ehemaligen Laspo-Referenten Harald Pittner abgeschaut. Das ist bei seinen Fortbildungen zu den Sportmentoren immer gut angekommen - danke Harry!

Im Anschluss folgte die Praxis. Hier habe ich mir selber eine "Musterstunde" im Bereich "Kleine Spiele mit dem Sprungseil" überlegt und zusammen mit den Schülerinnen und Schülern reflektiert.

Nach dem gemeinsamen Abendessen (Pizza) ging es an die konkrete Planung der nächsten Tage der Veranstaltung. Jede Schülergruppe mit drei Mitgliedern sollte jeweils selbst zwei Lehrversuche á 30-40 Minuten in unterschiedlichen Sportarten planen. Der erste Tag endete dann mit der Bekanntgabe der Reihenfolge der Lehrversuche am Samstag.

Fazit: Trotz der relativen Theorielastigkeit haben die Schülerinnen und Schüler wirklich motiviert und effizient gearbeitet. Das Programm ist auch zeitlich durchaus sportlich mit wenig Leerlauf.

Hier finden Sie die Präsentation der Einführung. Wer kein P-Seminar anbietet und z.B. das Sportmentorenprogramm in einer anderen Schulart als das Gymnasium anbieten möchte, lässt einfach den ersten Teil weg.

 (Beitrag vom 27.09.21)

 

 

Das Wochenendseminar - Zweiter Tag

Nach der Festsetzung des theoretischen Rahmens am Freitag folgte der Praxisteil. Insgesamt standen sieben praktische "Stundenversuche" auf der Agenda - ein wahrhaft sportliches Programm. Neben den praktischen Ausführungen wurde jeder Lehrversuch im Anschluss im Kurs reflektiert. Zur weiteren Auflockerung habe ich mich dazu entschlossen, das geplante Rollenspiel "Wie verhalte ich mich, wenn..." immer wieder ans Ende einer Reflektionsphase einzubauen, um somit auch einen methodischen Wechsel zu erzeugen. Durchführungsanregungen zum Rollenspiel finden Sie hier.

Vielleicht noch ein paar Worte zur Planung:

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben mir zu Beginn jedes Stundenversuchs eine Skizze abgegeben, in der sie die Eckdaten ihrer Stunden aufgeschrieben haben. Wichtig war mir, dass möglichst alle von der Landesstelle für den Schulsport genehmigte Sportarten angeboten werden, sodass z.B. der ordnungsgemäße Aufbau des Volleyball-Längsnetzes, des Badmintonnetzes oder der Tischtennisplatten gezeigt werden konnte. Die Planung, die Durchführung und die eigene Reflektion des Stundenversuchs habe ich dann auch schon als Leistungsnachweis gewertet. Selbstverständlich muss das den Schülerinnen und Schülern zuvor kommuniziert werden.

Übrigens verlange ich auch in Zukunft für jede Stunde, die die Sportmentoren und Sportmentorinnen halten, eine solche Stundenplanung, die bei mir im Vorfeld eingereicht werden muss. Eine Vorlage für eine solche Dokumentationsmatrix finden Sie hier.

Fazit: Der Tag mit den praktischen Stundenbeispielen ist wirklich wie im Flug vergangen. Ich selber habe auch aktiv mitgemacht, weshalb mir das Projekt noch mehr Spaß bereitet hat. In der zweiten Runde der Stundenbeipiele habe ich dem Kurs zusätzlich die Aufgabe gegeben, auch mal in die Rolle eines weniger disziplinierten Schülers oder Schülerin zu schlüpfen und sich dementsprechend zu verhalten. Ein sehr interessantes Experiment - die Teilnehmenden haben schnell erkannt, wie anstrengend Sportunterricht für die Lehrkraft sein kann;-)

Beitrag vom 28.09.21

Das Wochenendseminar - Dritter Tag

Trotz des nicht gerade geringen Muskelkaters, biege ich relativ gut gelaunt auf die Zielgerade des Wochenendseminars ein. Neben den letzten Stundenpräsentationen steht heute vor allem die Terminfestsetzung für die einzelnen Gruppen auf der to-do-Liste:

Für die Durchführung des Sportmentorenangebots kommen an unserer Schule nur die Tage Mittwoch und Donnerstag in Frage, da die übrigen Nachmittage schon mit anderen Kursen belegt sind. Insgesamt haben sich fünf Dreiergruppen gebildet, die nun jeweils abwechselnd eine Woche, also zwei Tage je 45 Minuten, unangeleiteten Sport für die Ganztagskinder anbieten. Auf das Jahr verteilt sind das 14 Termine pro Gruppe. Die gilt es heute zu verteilen.

Zum Abschluss steht auch noch eine kurze Feedbackrunde zum Blockseminar auf dem Programm und dann haben wir es geschafft!

Fazit: Der letzte Tag war eindeutig der anstrengenste! Sollten Sie weniger Kursteilnehmende als 15 haben, könnte man die Veranstaltung sicherlich auf zwei Tage verkürzen. Zudem hat sich das Seminar dazu entschieden, die eigentlich angedachten Planungen für einen Sporttag oder Sportwoche für die Ganztagskinder am Schuljahresende etwas nach hinten, Richtung Halbjahr, zu verschieben und sich jetzt auf die Sportstunden zu konzentrieren.

Jetzt kann es losgehen und ich bin wirklich zuversichtlich, dass es ein bereichendes Angebot wird!

(Beitrag vom 30.9.21)

Egal wie seltstam die Aufgabe anmutete - die Sportmentoren und Sportmentorinnen waren immer gut drauf!

Das Seil war neben dem Ball an diesem Wochenende das beliebteste Sportgerät!

..auch bei den Jungs..

Die Verteilung der Sportarten nach Gruppen.

Immer wieder ein Highlight: Mittagspause über den Dächern Moosachs bei wunderschönem Wetter!